Kurz gefasst
- Vergleichen Sie
- Leistungsdaten, Vertragsbedingungen, Support und Umzugsfreiheit, in dieser Reihenfolge.
- Warnzeichen
- "Unbegrenzt" ohne Fair-Use-Angabe und Preise, die nur im ersten Jahr gelten.
- Oft übersehen
- Wie schnell Sie wieder herauskommen, wenn es nicht passt.
Hosting-Angebote sind schwer vergleichbar, weil jeder Anbieter andere Kennzahlen betont. Wer die Angebote auf dieselben vier Fragen herunterbricht, sieht die Unterschiede in wenigen Minuten.
Als hier 2006 zum ersten Mal über Hosting geschrieben wurde, ging es um Webspace in Megabyte und darum, ob PHP überhaupt verfügbar ist. Beides ist heute kein Thema mehr. Die Kriterien haben sich verschoben, die Methode nicht: erst die Anforderungen aufschreiben, dann die Angebote danach sortieren, nie umgekehrt.
Schritt 1: Anforderungen festhalten
Bevor Sie eine einzige Anbieterseite öffnen, notieren Sie: Wie viele Websites? Welches System? Brauchen Sie E-Mail-Postfächer unter der Domain? Gibt es einen Shop oder Formulare mit personenbezogenen Daten? Wer betreut die Technik? Diese fünf Antworten schließen die meisten Angebote von vornherein aus.
Schritt 2: Leistungsdaten prüfen
- PHP-Versionen frei wählbar, aktuelle Versionen verfügbar
- Arbeitsspeicher pro Prozess, mindestens 128 MB
- Anzahl Datenbanken und Domains im Tarif
- Kostenloses Zertifikat, HTTP/2 oder neuer
- SSH- und FTP-Zugang, Cronjobs
- Serverstandort, für europäische Besucher innerhalb Europas
- Automatische Backups mit eigenständigem Restore
- Testumgebung auf Knopfdruck
Schritt 3: Vertragsbedingungen lesen
Hier stecken die unangenehmen Überraschungen:
- Aktionspreis und Folgepreis. Rechnen Sie immer mit dem Preis ab dem zweiten Jahr.
- Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist. Zwölf Monate sind üblich, vierundzwanzig sind ein Nachteil.
- Einrichtungsgebühr. Verschwindet gern im Kleingedruckten.
- Domainumzug bei Kündigung. Der Anbieter muss den Auth-Code ohne Hürden herausgeben.
- Auftragsverarbeitungsvertrag. Für geschäftliche Seiten in der EU erforderlich und beim Anbieter abrufbar.
Der Begriff "unbegrenzt" ist im Hosting nie wörtlich gemeint. Suchen Sie in den AGB nach der Fair-Use-Klausel. Steht dort keine Zahl, ist die Grenze das, was der Anbieter im Einzelfall festlegt.
Schritt 4: Support testen, bevor Sie ihn brauchen
Stellen Sie vor dem Abschluss eine konkrete technische Frage über den Supportkanal. Die Antwortzeit und die Qualität der Antwort sagen mehr über den Anbieter aus als jede Auszeichnung auf der Startseite. Prüfen Sie außerdem, ob es überhaupt einen Kanal gibt, der ohne Wartezeit erreichbar ist, und in welcher Sprache.
Die Checkliste in Kurzform
- Anforderungen aufgeschrieben?
- PHP-Version frei wählbar und aktuell?
- Speicher pro Prozess mindestens 128 MB?
- Backup außerhalb des Webspace, Restore selbst auslösbar?
- Preis ab dem zweiten Jahr bekannt?
- Laufzeit maximal zwölf Monate?
- Domainumzug ohne Hürden zugesagt?
- Support vorab getestet?
Häufige Fragen
Lohnt ein Wechsel wegen zwei Euro im Monat?
Selten. Ein Umzug kostet Zeit und birgt Risiken. Ein Wechsel lohnt bei technischen Grenzen, schlechtem Support oder wiederholten Ausfällen, nicht bei kleinen Preisunterschieden.
Deutscher Anbieter oder international?
Entscheidend sind Serverstandort, Vertragssprache und die Verfügbarkeit eines Auftragsverarbeitungsvertrags. Wo der Firmensitz liegt, ist nachrangig, solange diese drei Punkte stimmen.
Was, wenn WordPress zum Einsatz kommt?
Dann kommen ein paar spezifische Punkte hinzu, die im Beitrag WordPress-Hosting stehen.